Vor einiger Zeit begann ich, mich mit befreundeten Züchtern und Katzenhaltern über eine gesunde und artgerechte Katzenernährung (und das, was die Industrie versucht, Katzenliebhabern als solche zu verkaufen) auszutauschen.
Das Ergebnis dieser Überlegungen hat eine Bekannte wie folgt zusammen gefasst;

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Da Katzen reine Fleischfresser sind, gehört in ihr Nassfutter keinerlei Getreide und kein Zucker. Als solche ist der Magen-Darm-Trakt auf die Verdauung von Fleisch ausgerichtet. Kleine Mengen von Getreide, Obst und Gemüse stören nicht, sie finden sich auch vorverdaut im Magen und Darm einer Maus wieder. Man stelle sich jetzt einen Mäusemagen vor. Der ständige Abbau von Getreide, Mais, Gemüse und anderen pflanzlichen Nebenerzeugnissen belastet den Organismus der Katze, so dass irgendwann Leber- und Nierenschäden auftreten können. Zucker dagegen schadet den Zähnen und steigert die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken. Manche Firmen verschleiern den Zucker, in dem sie von Karamel oder Kandis sprechen. Aber auch das ist nichts anders als Zucker. Wer gänzlich Zucker meiden will oder eine diabetische Katze hat, sollte ebenfalls Zuckerrübenschnitzel meiden, da auch hier versteckt Zucker enthalten ist.

Ein hochwertiges Nassfutter mag auf den ersten Blick teurer erscheinen. Allerdings ist der Verbrauch geringer, ebenso verringern sich die Ausscheidungen, da es besser verwertet wird und letztlich die Katze gesünder, was Tierarztkosten spart. So gesehen, ist es dann wieder preisgleich mit dem herkömmlichen Supermarktfutter.

Ähnlich wie Mäuse sind hochwertige Naßfuttersorten sind für alles Altersgruppen gleichermaßen bekömmlich. Oder haben sie schon mal eine Maus mit Aufkleber „ich bin eine Kittenmaus“ oder „ich bin eine Seniormaus“ gesehen?

Ein hochwertiges Futter wird einen Muskelfleischanteil von etwa 70 % aufweisen. Wertvolle Innereien sind einzeln aufgeführt wie z. B. Leber, Herz. Der Anteil pflanzlicher Bestandteile besteht aus nur etwa 5 %. Der Proteingehalt sollte möglichst hoch, mindestens aber 12 % betragen. Zwar sind natürliche Vitamine den synthetischen Vitaminen vorzuziehen. Allerdings sollte es Sie ebenfalls stutzig machen, wenn nichts von alledem zugesetzt ist, da bei der Zubereitung einiges an Vitaminen zerstört wird.
Sehr kritisch sollten EG Zusatzstoffe gesehen werden und Konservierungsmitte. Natürlich auch kein Zucker, Karamell, Melasse, Zuckerrübenschnitzel oder Salz, Farb- und Lockstoffe und keine Sojaprodukte. Halter empfindlicher Katzen sollten auch Mais meiden, da Soja und Mais vielfach für Allergien verantwortlich sind. Auch die Fütterungsempfehlung ist aussagekräftig. Eine 4 kg Katze kommt in der Regel mit 200 g hochwertigem Futter pro Tag aus.

Warum es bisher zu keinerlei Fleischskandalen in der Tierfuttermittelindustrie gekommen ist, lässt sich leicht erklären, wenn man sich vor Augen hält, dass es für Haustiere noch kein Lebensmittelgesetz gibt. Somit hat die Futtermittelindustrie bei den Rezepturen Gestaltungsfreiheit.

Auf der Seite www.kritische-tiermedizin.de wird nicht nur die vor mehr als 20 Jahren niedergeschriebene Aussage des Pathologe Prof. Dämmrich zitiert: "... mit der Steigerung des Umsatzes der Futtermittelindustrie steigt die Rate der Erkrankungen bei Hunden und Katzen." Sondern auch darauf hingewiesen, dass „Die These, dass die Krankheitszunahme bei unseren Hunden und Katzen in einem direkten Zusammenhang mit den auf dem Markt erhältlichen Fertigfuttern stehen, ist also nicht sehr neu“

Auf den Seiten Link und Link wurden handelsübliche Katzenfuttersorten auf ihre Ausgewogenheit geprüft. Hier wird noch einmal sehr deutlich, dass zwar meist alles drin, aber meist auch viel zu viel enthalten ist.

  



Nachfolgend einmal zum direkten Vergleich der verschiedenen Futtermittel die Pathologie einer Mäusemahlzeit:

Die natürlichste Nahrung der Katze, die Maus besteht aus 70 % Wasser, 14 % Protein (hochwertiges Eiweiß aus Fleisch), 10 % Fett , 1 bis 2 % Kohlenhydrate und Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Ballaststoffe (Fell).


Trockenfutter ist ein Fall für sich, vor allem ist es für Menschen sehr bequem.
Es braucht die 3 – 4fache Menge Wasser um auf das Niveau von Feuchtfutter zu kommen. Trinkt die Katze so viel? Als Wüstentier, welches gewohnt ist, die nötige Feuchtigkeit aus ihrem Beutetier zu entnehmen wohl kaum.

Zudem bestehen bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen fast alle Trockenfuttersorten überwiegend aus Getreide.

Es liest sich natürlich auf dem Etikett klasse, wenn da steht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Mais, Maisglutenfutter, Reis, Weizenproteine, Zuckerrübenschnitzel etc.“

Natürlich, wir alle wissen, dass das was zuerst auf dem Etikett steht den größten Teil der Zusammensetzung ausmacht. Zählt man aber hier die verschiedenen Getreidesorten zusammen Mais, Maisglutenfutter, Reis, Weizenproteine, kommt man zu dem Schluß, dass der Getreideanteil möglicherweise doch überwiegt.

Abgesehen davon, dass Katzen naturgemäß ihren Wasserbedarf aus der Nahrung ziehen und schon aus diesem Grund von Trockenfutter abgeraten werden sollte, führt eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter relativ sicher zu Problemen wie Nierenschäden, Leberschäden, Struvit- oder Oxalatsteinen, anderen Organerkrankungen. Wäre Trockenfutter natürlich, würden auch getrocknete Mäuse herumlaufen.

Aber Trockenfutter ist doch gut für die Zähne? Leider gehört diese Aussage in die Welt der Märchen. Meist wird Trockenfutter von der Katze nur geschluckt, in den Fällen, wo Katze darauf herumbeißt, reibt sie ihre Zähne an etwas, was man mit einem Stück hartem Brot vergleichen kann. Getreideprodukte bleiben am Zahn haften und führen letztlich zu Karies. Wirklich gut für die Zähne und die Kaumuskulatur ist die gelegentliche Fütterung von größeren Stücken rohen Rindfleisches, Rinderherz oder auch frischen rohen Hähnchenflügeln oder Hühnerhälsen. Entgegen vielfacher Meinungen ist rohes Hühnerfleisch nicht bedenklich für Katzen. Ihre aggressive Magensäure wird mögliche Salmonellen zerstören.

Sollte Ihre Katze vom Trockenfutter nicht abzubringen sein. Versuchen Sie es einzuweichen. Haben sie auch dann keine Chance versuchen sie zumindest die Katze zur Wasseraufnahme anzuregen. Viele Wassernäpfe an allen strategisch wichtigen Plätzen, wie Türdurchgängen, Lieblingsplätzen, Trinkbrunnen, evtl. bepflanzte Miniaquarien all das regt an im Vorbeigehen einen Schluck Wasser aufzunehmen.

Zu überlegen wäre auch, wie es kommt, dass nicht ein Zoologischer Garten seine Katzen mit Trockenfutter füttert sondern ausschließlich mit Frischfleisch.


Sorten mit Fisch sind bei vielen Katzen sehr beliebt. Allerdings sollte auch von einer ausschließlichen Fütterung mit Fischsorten abgeraten werden, da viele Fischprodukte sehr viel Schwermetall enthält, was sich wiederum im Katzenkörper ablagert und auch zu Organschäden führen kann. Die Fütterung mit Fisch sollte sich auf 1 – 2 x wöchentlich beschränken.

Auch in diesem Zusammenhang sollten die Etiketten gelesen werden. Viele Fleischsorten enthalten nämlich auch Fisch und Fischnebenerzeugnisse und sind dann tatsächlich eher schuppig als fleischig.


Die sicher gesündeste Ernährungsform ist aber sicher BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung). Viele Tiere, die vorher an so genannten Futtermittelunverträglichkeiten gelitten haben, wie ständiges Erbrechen oder Durchfall haben keinerlei Probleme mehr, seit sie gebarft werden.


Allerdings scheuen viele die Mühe und Rechnerei, die es mit sich bringt, wenn man Rohkost katzengerecht herstellen will. Viele Faktoren wie Mineralstoffe und Vitamine müssen dabei beachtet werden. Im Internet finden sich viele Informationen wie und warum gebarft werden kann und soll. Auch ist das Zufügen von Mineralien und Vitaminen erst ab einem bestimmten Prozentsatz nötig. Eine Mengenangabe möchte ich nicht machen, da ich nicht beurteilen kann, wie ausgewogen Sie füttern. Die Kosten von selbst hergestellten liegen pro Katze zwischen etwa 60 Cent und 1,50 Euro pro Tag. Wer sich hierfür interessiert, kann sich auf verschiedenen Seiten im Netz zum Thema informieren. U. a. auf der Web-Site www.du-barfst.de




Was verbirgt sich nun hinter den Angaben auf den Etiketten? Einige Begriffe will ich gern übersetzen:

-Antioxidans / Antioxidantien: verhindert das Ranzigwerden von Fett und dient der Konservierung, natürliche Antioxidantien (Vit. C, Vit. E) schützen den Organismus vor "Freien Radikalen"
-Ascorbinsäure: synthetisch hergestelltes Vitamin C, fälschlicherweise als 'natürliche' -Antioxidantien' bezeichnet, die schon bei leichten Überdosierung einen schädigenden Einfluss gegen körpereigene Zellen ausüben. Vitamin C wird von gesunden Katzen in der Leber selbstständig gebildet und muss nicht mit der Nahrung aufgenommen werden
-Bäckereierzeugnisse: Brot, Nudeln, kann auch ein Hinweis auf versteckten Zucker sein, der in Katzenfutter nichts zu suchen hat
-Braureis: Braureis ist ein Nebenprodukt der Reisherstellung, s.g. Schmachtkörner (Abfall), die für sonst nichts zu gebrauchen sind
-Brauner Reis: unpolierter Reis (Natur- oder Vollkornreis) Reis kann von der Katze verwertet werden.
-Cellulose: unverdauliche Zellwandbestandteile (Ballaststoffe), z.B. Getreidehülsen, Nussschalen, Abfälle der Getreideherstellung – kann als Ersatz von Mäusefell betrachtet werden.
-DL-Methionin / DL-Lysin: chemisch hergestellte Aminosäuren, Hinweis auf sehr geringen Fleischanteil im Futter (oft in Trockenfutter enthalten)
-Eiweißextrakte: auch Kleber- pflanzlich aus z.B. Soja, Abfallprodukt bei der Mehlerzeugung, minderwertige Eiweißquelle
-Erbsenkleie: Nebenerzeugnis der Herstellung von Mehl aus Erbsen, das in der Hauptsache aus Erbsenschalen besteht, die bei der Schälung und Reinigung von Erbsen anfallen
-Ethoxyquin (E 324): Konservierungsmittel- effizientes und sehr billiges chemisches Antioxydant (Hersteller US-Multi Monsanto, ursprüngliche Verwendung war, die Haltbarkeit von Gummi zu verbessern), in Lebensmitteln nicht mehr zugelassen (früher zur Oberflächenbehandlung von Äpfeln)
-Fette: wenn nicht genauer bezeichnet, meistens Abfall. Die meisten "Tierkörperbeseitiger" in Holland, Belgien und Deutschland haben als zweiten Gewerbezweig die Fettherstellung. Hochwertige Fette und Öle werden in der Regel genau angegeben.
-Fischmehl: getrocknete Fischnebenerzeugnisse und/oder getrockneter Fisch
-Fischnebenerzeugnisse: Fischinnereien, Flossen, Köpfe, Gräten, Fischaugen etc
-Fleischmehl (Tiermehl): kann, wenn nicht näher bezeichnet, alles beinhalten und stammt meist aus Abdeckereien und darf seit 2001 nicht mehr an Nutztiere verfüttert werden
-Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: wenn nicht näher bezeichnet, alles von Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern warmblütiger Landtiere (z.B. Häute, Hufe, Blut, Federn, Mägen, Därme, Lunge, Grieben, Sehnen, Knochen und Tiermehl). Nebenerzeugnisse sind alle Produkte, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind.
-Fructo-Oligosaccharide: regeln die Darmtätigkeit auf natürliche Weise und sorgen für ein gesundes Gleichgewicht innerhalb des Verdauungssystems.
Der Zusatz ist nötig, wenn das z.B. Futter aufgrund seiner Zusammensetzung schlecht verdaulich ist. Zusätzlich wird Durchfall unterdrückt, der auf Grund der Inhaltsstoffe natürlicherweise entstehen würde. Fructo-Oligosaccharide kommen gerne in Diätfuttermitteln zum Einsatz.
-Geflügelmehl: KEIN Fleisch, sondern Geflügelschlachtnebenprodukten (alles vom Huhn was kein Fleisch ist u. a. auch Federn, Klauen, Schnäbel)
-Geflügelfleischmehl: reines Fleisch NACH DEM TROCKNEN!
-Geflügelprotein: besteht aus einer Mischung von Geflügelschlachtnebenprodukten (alles vom Huhn was kein Fleisch ist u. a. auch Federn, Klauen, Schnäbel)
-Geflügelnebenprodukte: sind in der Regel Köpfe, Füße, Eingeweide, Blut, Urin (als Salzersatz, der Hersteller braucht Salz als Zusatzstoff nicht mehr aufzuführen) und Federn (Füllstoff)
-Gemüse: wenn nicht näher aufgeführt, können alle Gemüsearten oder sogar Hülsenfrüchte sein. Hülsenfrüchte im Futter können zu Verdauungsproblemen führen.
-Geschmacksverstärker: sind schädlich und sollten in einem hochwertigen Futter auch nicht notwendig sein, weder künstliche Aromastoffe noch natürliche Verstärker wie Zucker oder Karamell.
-Glucosaminhydrochlorid: aus Schalentieren gewonnene Substanz, die die Wasserspeicherfähigkeit des Knorpels unterstützt
-Grieben: Abfallprodukt aus der Talgproduktion, ausgelassenes Fett von z.B. Innereien aus Tierkörperbeseitigungsanlagen
-Knochenmehl: gemahlene Knochen, meist aus Tierkörperbeseitigungsanlagen
LCarnitin: fördert die Fettverbrennung, das ist auch nötig bei der Menge an Kohlenhydraten und Zucker, die manche Futtersorten enthalten.
-Mais: ist laut wissenschaftlicher Untersuchungen Hauptauslöser von Allergien
-Maisglutenfutter: auch Maiskleberfutter Nebenerzeugnis der Maisstärkegewinnung (Nassmüllerei). Es besteht aus Kleie und Kleber und enthält viel Protein, das für uns kaum verwertbar ist und kommt vor allem in der Rinderzucht zum Einsatz. Maisgluten verhindert Durchfall und hält dadurch unverwertete Stoffe als auch Giftstoffe im Körper fest, was eine erhebliche Belastung der Nieren und Leber darstellt, da diese Stoffe ständig abgebaut werden müssen
-Melasse: Nebenprodukt der Zuckerherstellung, besteht zur Hälfte aus Saccharose
-Molkereierzeugnisse: Käse, Milchpulver, Molke etc., können als Zuckerversteck dienen
-Natriumpolyphosphat (E452 auch Polyphosphate, Natriumpolyphosphat, -Kaliumpolyphosphat, Natriumcalciumpolyphosphat, Calciumpolyphosphat): Künstlich hergestellter Stabilisator, Emulgator und Säureregulator- auch als Phosphate bezeichnet
-Natriumsulfat, -bisulfat, -nitrit: Konservierungsmittel mit schädlichen Nebenwirkungen
-Pantothensäure: Vitamin B5
-pflanzliche Eiweißextrakte: Rückstand aus der Herstellung pflanzlicher Öle, meist Sojaprodukte
-pflanzliche Nebenerzeugnisse: z. B. Pressrückstände aus der Ölherstellung, Gemüseabfälle aus der Lebensmittelherstellung. Soja ist kostengünstig und deshalb in vielen minderwertigen Tierfuttern enthalten, allerdings ist Soja für Katzen oft schwer verdaulich. Rübenschnitzel, Maisgluten, Cellulose (Erdnussschalen, Stroh), Braunreis, Reisstärke, Abfallprodukte der Bierbrauereien usw. Sogar Rote Beete Saft kommt zum Einsatz und suggeriert auf Grund der dunkleren Kotfärbung, dass viel Fleisch im Futter wäre
-Propyllgalate: Künstlich hergestelltes Antioxidationsmittel. Es besteht der Verdacht, dass dieser Stoff die Aufnahme von Eisen behindert. Alle Gallate stehen unter Verdacht, Allergien auszulösen
-Zuckerrübentrockenschnitzel: Nebenerzeugnis, das bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrüben anfällt und aus extrahierten getrockneten Schnitzeln besteht und wird normalerweise als als Kraftfutter für Pferde und Kühe verwendet, kann als Ballaststoff gesehen werden, sozusagen Mäusefellersatz.

 
Danke an Andrea Mocigemba

 

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